Die chronische Übersäuerung (latente Azidose) und die akute Übersäuerung (akute Azidose)

Wird dem Organismus nun über Jahre ein Übermaß an Säuren zugeführt, die körpereigenen Depots mit den notwendigerweise entnommenen basischen Mineralstoffen nicht wieder aufgefüllt, folgt neben der Übersäuerung außerhalb der Zelle auch ein innerzelluläre Übersäuerung.

Die Funktionsfähigkeit der Zelle, die dafür zuständig ist, Abfallprodukte und Schlacken abzugeben und im Gegenzug wichtige Nährstoffe und Sauerstoff aufzunehmen, wird stark beeinträchtigt.
Die Zellen des Blutes können dann zum Beispiel nicht mehr ausreichend Sauerstoff transportieren, die für die Entgiftung zuständigen Leberzellen funktionieren nicht mehr ausreichend, Nervenzellen sind in der Weiterleitung von Reizen eingeschränkt und vieles mehr.

Als mögliche Folge kann eine latente Azidose (Übersäuerung) entstehen. Diese wird meist nicht bemerkt, da die körpereigenen Puffersysteme über lange Zeit diese Übersäuerung auszugleichen vermögen. Dies geschieht, wie bereits erwähnt, zu Lasten von Knochen, Haaren, Nägeln und Zähnen, denen die wichtigen Mineralstoffe entzogen werden. Das Blut verliert seine optimalen Fliesseigenschaften. Ausserdem kann es Sauerstoff und Nährstoffe nicht mehr im notwendigen Mass zu den Zellen transportieren und Schlacken und Stoffwechselprodukte nicht mehr abtransportieren.

Die Akute Azidose wird sehr selten beobachtet, da sie nicht durch Fehlernährung verursacht wird, sondern Fehlfunktionen oder Ausfall der wesentlichen Entsäuerungsorgane Lungen und Nieren. Sie ist akut lebensbedrohlich und muss mit den entsprechenden Notfallmassnahmen behandelt werden.